Eins kann man dem Mann nicht absprechen. Er hat Talent. Er versteht es wie kein Zweiter, sich nach einer lupenreinen Sportlerkarriere so weit ins Abseits zu stellen, dass nichtmal der 1. FC Köln daran denken würde, ihn als Trainer einzustellen (und ich bin FC Fan). Nicht nur, dass er der Brieffreund des Chefredakteurs der Bildzeitung ist und seine derzeitige Freundin wahrscheinlich beim Kindergarten-Jahrestreffen seiner Tochter kennengelernt hat, nein er geht auch wirklich proaktiv daran, sich seine Karriere als Fußballtrainer zu verbauen - Stein auf Stein.

Dabei fing er gar nicht so schlecht an. Mit Rapid Wien hat er Rekorde für die Ewigkeit aufgestellt! Schlechteste Endplatzierung seit Vereinsbestehen! Das muss dem erstmal einer nachmachen. Aber gibt es dafür irgendeine Wertschätzung? Nein! Und wie man sieht, wird er langsam ungeduldig. Seine letzten beiden Entgleisungen folgten so dicht aufeinander, dass man fast schon meinen könnte, der Mann stehe gerne im Rampenlicht. Über Entgleisung Nummer 1 kann man eigentlich nichts anderes tun als den Kopf zu schütteln. Lothar Matthäus, die Anti-Trainerlegende, sagt per SMS einen Trainerjob bei einem renommierten Club in Argentinien ab. Das ist ungefähr so, wie wenn ein querschnittsgelähmter Hartz4 Empfänger ohne Arme und Beine einen Job als Sangriatester auf Mallorca angeboten bekommt und dann mit seiner Nase ins Handy tippt: "Ne.. ich bleib lieber im Bett. Läuft grad Frauentausch."
Doch wer sich nach dieser Nachricht dachte das war's schon, hat die Rechnung ohne den Loddar gemacht. Getreu nach dem Motto "I hope we have a little bit lucky" holt er nochmal zum Rundumschlag gegen die deutsche Fußballszene aus. Dabei ist für mich folgendes Zitat so ziemlich das Highlight der letzten Medienwoche:
"Auch wenn es vielleicht angeberisch klingt: Nach Franz Beckenbauer bin ich ganz sicher die zweitbekannteste Fußballpersönlichkeit Deutschlands, weltweit. Und wie man mit so einem Idol umgeht in Deutschland, da muss sich Deutschland schämen."

Asche über unser Haupt! Schämen sollten wir uns! Dass wir so ein verkanntes Genie nicht mit einem nationalen Feiertag würdigen. Aber mal im Ernst: Ja es klingt angeberisch, sich selbst als Idol zu bezeichnen. Ich glaube sogar, dass das vorher noch nie eine große Sportlerpersönlichkeit über sich selbst gesagt hat. Wahrscheinlich aus dem einfachen Grund nicht angeberisch zu klingen. Vielleicht bin ich da ja altmodisch, aber zu einem Idol können einen doch nur andere Menschen machen, oder? Und ich kann denke ich mit Fug und Recht behaupten, wirklich absolut niemanden zu kennen, der Lothar Matthäus auch nur ansatzweise als Idol bezeichnen würde. Pelé, ja. Michael Jordan, auf jeden Fall. Mohamed Ali, sowieso. Sachsenpaule, unbedingt! Aber Loddar. Nee.
Ich möchte hiermit ein öffentliches Appell an alle Fußballverantwortlichen Deutschlands richten (die diesen Text auch sehr wahrscheinlich lesen!), niemals Lothar Matthäus die Möglichkeit zu geben in Deutschland Fuß zu fassen... wobei, lustig wäre es bestimmt. Und wenn er eine Mannschaft wie Borussia Mönchengladbach oder so in Liga Zwei führt und wir dabei sogar noch was zu Lachen kriegen, warum eigentlich nicht? Also Herr Königs, raus mit dem Frontzeck and hope you have little bit lucky in se näxt maunts!
Zum Abschluss hab ich noch zwei wirklich denkwürdige Momente im Leben des Lothar Matthäus herausgesucht, die sicher niemals in Vergessenheit geraten werden:
"Der Schiedsrichter bringt uns Spieler um unsere Prämien!" (Frechheit übrigens von dem!)
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