Donnerstag, 10. Dezember 2009

Mein Auto - das fremde Wesen

Warum heißt das Gaspedal eigentlich Gaspedal? Ich wollte eigentlich ganz anders beginnen, aber die Frage hab ich mir schon öfter gestellt. Klar, man gibt damit Gas. Aber genaugenommen ist da ja gar kein Gas im Auto. Alles andere verstehe ich, mit dem Lenkrad lenkt man an einem Rad, mit der Kupplung kuppelt man, die Bremse bremst, aber müsste es dann nicht eigentlich... Beschleunigungspedal oder so heißen? Spannende Frage!

Lassen wir das. Aber der Text bleibt trotzdem bei Autos, ein eben solches bin ich nämlich heute gefahren, mein eigenes, um genau zu sein. Und dabei ist mir - nicht zum ersten mal - aufgefallen, dass das allgemeine Gros der Menschen ÜBERHAUPT KEIN AUTO FAHREN KÖNNEN! Ich habe mich aber gleichzeitig gefragt, ob das eigentlich jeder Mensch denkt. Wahrscheinlich denkt jeder Mensch von sich selber, dass er richtig gut Auto fahren kann, alle andern aber totale Stümper sind. Außer Frauen, die denken das von sich selber auch, die können sich nämlich gut selber einschätzen. Wobei es auch da Ausnahmen gibt. Es gibt auch jene welche, die sagen einmal die Wahrheit und einmal eine Lüge in einem Satz: "Ich kann gut Auto fahren, ich kann nur nicht parken.". Was davon was ist, dürft Ihr Euch aussuchen.

Man müsste mal eine statistische Untersuchung starten, wieviele Fehler jeder Fahrer macht und wieviele Fehler von andere es braucht, bis man denkt, dass alle andern ÜBERHAUPT KEIN AUTO FAHREN KÖNNEN! Bis das Gegenteil bewiesen ist, behaupte ich, ich kann's, die andern nicht. Vor allem Frauen. Ich stehe inzwischen übrigens wirklich zu dieser Meinung. Klar gibt es auch schlechte Männer im Auto und auch gute Frauen als Fahrer. Aber im Durchschnitt ... naja.

Das mit den Kommentaren zu weiblichen Fahrern war gar nicht geplant, aber nun steht's da und Löschen ist schlechter Stil. Eigentlich wollte ich Euch meine Top5 der nervigsten Autofahrer-Habbits präsentieren. Ich schreibe, damit Ihr Euch da auch besser hineinversetzen könnt, auch immer den Typ Fahrer dazu. Es sollten einige "Ja.. kenn ich.. BOAH IST DAS BEHINDERT"-Momente dabei sein. Falls nicht, habt Ihr kein Auto, keinen Führerschein oder Ihr macht auch solche Sachen! Also:

Platz 5
Man fährt auf einer zweispurigen Straße, innerorts, hinter einem anderen Wagen her. Beide Spuren proppevoll, Feierabendverkehr. Der Wagen vor einem wird immer langsamer, man denkt "Ok, da ist was auf der Straße, der bremst kurz", der Wagen wird noch langsamer "Was macht der denn??" ... langsamer.. "ALTER FAHR!", er kommt vollends zum stehen, zieht die Handbremse UND BLINKT DANN. Man steht direkt dahinter, weil man eh schon auf 10 cm drangefahren ist, kommt nicht mehr zurück, weil die Hintermänner das gleiche gemacht haben, und die Fahrer auf der linken Spur denken natürlich nicht dran, einen reinzulassen.

Wer macht sowas? Opas - mit Hüten und Toilettenpapierwärmer auf der Kofferraumablage.
Wer lässt einen dann nicht rein? Männer.

Platz 4
Früh morgens, man fährt zur Arbeit, ist schon ein bisschen zu spät, daher in Hektik. Man kommt aus einer kleinen Straße, natürlich hinter einem anderen Auto, auf eine T-Kreuzung. Der vor einem wartet, bis jemand ihn reinlässt. Erste große Lücke, er steht. "Ok, das ist ein vorsichtiger Fahrer". Zweite Lücke, noch größer. Nichts. "Warum fährt der denn nicht?". Dritte Lücke - oder sagen wir kilometerweite autofreie Zone- keine Reaktion. Wildes Händefuchteln "FAHDOCH!", Hupe, Gaspedal - bzw. Beschleunigungspedal ohne Kupplung. Die nächste Lücke, diesmal MUSS er fahren, selbst wenn er nicht wollte. Und tatsächlich, er fährt an und ... würgt ab. In diesem Moment hör ich dann normalerweise auf mich aufzuregen und resigniere einfach nur. Ich habe letztens ein Buch gelesen, da haben die Leute immer gesagt "Muktab" - Es steht geschrieben. Du kannst gar nix dagegen machen. Diese Resignation hält ca. 4 Sekunden an, bis ich dann vollends ausraste und dem Fahrer vor mir die Krätze an den Hals wünsche. Zurecht!

Wer macht sowas? Rentner (oft auch mit Hüten, also, nur die Männer) und junge Frauen.

Platz 3
Man fährt schon seit einer halben Stunde um den Zülpicher Platz herum, um einen Parkplatz zu finden. Es ist spät abends, man möchte zu einer Party. Man fährt ... und fährt. Man sieht im Rückspiegel wie gerade ein Auto rausfährt ... und ein anderes reinfährt. Man fährt weiter, alles voll. Man überlegt in ein Parkhaus zu fahren... zu teuer. Weitersuchen. Da vielleicht? Ne, Einfahrt. Aber da! Ne, Behindertenpartplatz. Ach komm, ich fahr jetzt ins Parkh... Ne halt! Da is einer! Ja! Ja! Alles klar, kurz dran vorbeifahren, halten, blinken, Rückwärtsgang, und dann... FÄHRT EIN PENNER VORWÄRTS DA REIN. Aus Trotz fahre ich trotzdem rückwärts, aber der andere scheint wohl noch verzweifelter zu sein als ich und nimmt einfach aus Prinzip einen Blechschaden in Kauf. Ich steige aus, frage SIE (ja es war eine Sie, obwohl ich vorher hätte schwören können, dass sowas nur ein Mann macht), ob sie noch alle Zahlen im Alphabet hat und kriege als Antwort, "Warum, war doch erster!". Das Parkhaus war übrigens ziemlich teuer.

Wer macht sowas? WIXER!

Platz 1 & 2

... teilen sich ganz eindeutig diese Damen. Tut mir leid, aber besser geht's einfach nicht. Ihr habt gewonnen, verdient! Guckt es Euch bitte bis zum Ende an, es lohnt sich WIRKLICH!

http://www.youtube.com/watch?v=AYzd30F7wvk

Montag, 7. Dezember 2009

Ich spiegel Dich ma, aber nur untenrum.

Erwachsene sind eine sehr lustige Spezies. Dazu muss ich noch sagen, dass ich mich definitiv nicht zum erwachsenen Teil der Bevölkerung zähle, und ich hoffe auch, dass das noch sehr lange so bleibt. Ich weiß nicht, ob ich der einzige bin, der als Kind so naiv war zu denken, Erwachsene haben immer recht und tun auch immer das Richtige. Ich war einfach der Ansicht, dass man mit dem Alter auch reifer wird.

Hätte es damals schon TV-Sendungen á la "Mitten im Leben" oder "Frauentausch" gegeben, wäre ich schon viel früher desillusioniert worden. Aber da diese für die intelligenztechnische Enwicklung der deutschen Gesellschaft eher negative, für meine persönlichen Lachmuskeln dagegen wirklich sehr positive Entwicklung in der deutschen Medienlandschaft erst in den letzten Jahren Einzug gefunden hat, bin ich da mit sehr vielen Fehlannahmen aufgewachsen.

Aber keine Angst, das hier soll jetzt keine "Die Fernsehlandschaft war früher viel besser, jetzt läuft nur noch Schund"-Parole werden. Damit gehen mir Erwachsene, aber auch Menschen in meinem Alter, die gerne erwachsen wären, ziemlich auf den Senkel. Warum das ganze nicht einfach positiv sehen? Ich verdumme doch nicht, nur weil ich dumme Menschen im Fernsehn sehe. Lustig dagegen ist es allemal. Hierzu nochmal mein Lieblingszitat aus mehreren Jahren Fernsehgeschichte, gesehen letzte Woche bei "Mitten im Leben":

"Sachma, stimmt dat wat Deine Mutta da sacht? Dat Du Deine Männers wechselst wie Unnerhosen?"
"Ach die labert doch scheiße ey. Wenn dat stimmen würde, wär ich doch jetz nich drei Wochen mit Dir zusamm!"

Wenn mir diesen Dialog jemand als Witz erzählen würde, wäre es kein bisschen komisch. Der Umstand aber, dass diese beiden Personen sich und vor allem das, was sie sagen, wirklich ernst nehmen, macht es weitaus lustiger als so einige Komiker - als die Mediamarkt Werbung mit Mario Barth allemal.

Das Fernsehen hat eine völlig neue Komik entwickelt, indem Menschen im Fernsehn gezeigt werden, die gar nicht wissen, dass sie lustig sind, und genau das macht sie noch viel lustiger als viele Menschen, die mit Leibeskräften versuchen, mich zum Lachen zu bringen, mich aber höchstens zum Umschalten bewegen. Diese Menschen haben RTL und Co. eigentlich eher durch Zufall entdeckt, nämlich bei dem Versuch, Deutschland mit Reality-Dokus einen Spiegel vorzuhalten. Dabei haben haben sie schnell bemerkt, dass es sehr langweilig ist, Menschen überalb des Durchschnitts-IQs zu zeigen, auf der anderen Seite aber extrem witzig, Leute zu zeigen, die - deutlich - darunter liegen. Böse Zungen nennen das Voyerismus-TV, ich find's lustig.

Strategisch schlau platziert auf die Zeit, wo normale Menschen eigentlich arbeiten, bekommen im Normalfall wirklich genau die einen Spiegel vorgehalten, die in diesen Sendungen gezeigt werden (ich hab mich auch schon mehrfach gefragt, ob die das auch lustig finden oder ob die sich denken "Wow, das ist wirklich aus dem Leben gegriffen, altah") Doch wenn man sich mal den Spaß macht und mittags Fernsehn guckt, tut sich einem eine völlig neue Welt auf. Teilweise fragt man sich, ob da nicht einiges gespielt ist, doch dann fällt einem auf, dass so gut schauspielern wirklich sehr schwer ist.

Da verlassen Frauen ihre Männer, um in Ägypten ihren "Traummann" zu heiraten, der sie kurz nach der Ankunft nach 2000€ fragt, weil er seine Miete nicht bezahlen kann. Da geht ein Internetbetrüger in die Schweiz (mit Kamerateam wohlgemerkt), weil er denkt, dass er außerhalb der EU seine Strafe nicht antreten muss, nur um dann zu merken, dass er sich vielleicht mal hätte informieren sollen über gewisse Auslieferungsabkommen. Da schwören sich 17-jährige ewige Liebe, um in der nächsten Szene Schluss zu machen, weil er einem anderen Mädchen "auf den Arsch geglotzt" hat. Und das Schöne ist, diese Leute meinen das wirklich ernst, was sie da tun. Man könnte das auch noch ewig fortführen, auf Dinge wie Popstars und Das Supertalent ausweiten, und und und. Aber so viel liest ja kein Mensch. Außerdem brauch ich ja noch Schreibstoff für weitere Beiträge.

Der Punkt ist nur der. Wegkommen werden wir von dieser "Web2.0-Variante" der Fernsehlandschaft sicher nicht, dafür fehlen den Sendern anscheinend die kreativen Alternativen. Doch wir sind inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem sich die Produktionsfirmen sagen "Ey komm, wir machen uns einen Spaß und filmen wirklich nur die ganz bescheuerten", und hey, das ist gut so! Ich nehm's jedenfalls so hin und schmunzel ein bisschen über die fehlende Selbstbetrachtung, das Selbstverständnis des Assi-Seins und lustige Sprüche á la "GUCK DISCH DOCH MA AN EY!", "Das war wohl Vergessenheit" oder "Von meiner Seite aus bin ich schwanger" von Menschen, die ich wahrscheinlich ohne diese Sendungen niemals kennengelernt hätte.

Montag, 9. November 2009

Loddar Matthäus, oder: Wie man sich selbst demontiert für Englisch-Verweigerer

Eins kann man dem Mann nicht absprechen. Er hat Talent. Er versteht es wie kein Zweiter, sich nach einer lupenreinen Sportlerkarriere so weit ins Abseits zu stellen, dass nichtmal der 1. FC Köln daran denken würde, ihn als Trainer einzustellen (und ich bin FC Fan). Nicht nur, dass er der Brieffreund des Chefredakteurs der Bildzeitung ist und seine derzeitige Freundin wahrscheinlich beim Kindergarten-Jahrestreffen seiner Tochter kennengelernt hat, nein er geht auch wirklich proaktiv daran, sich seine Karriere als Fußballtrainer zu verbauen - Stein auf Stein.

Dabei fing er gar nicht so schlecht an. Mit Rapid Wien hat er Rekorde für die Ewigkeit aufgestellt! Schlechteste Endplatzierung seit Vereinsbestehen! Das muss dem erstmal einer nachmachen. Aber gibt es dafür irgendeine Wertschätzung? Nein! Und wie man sieht, wird er langsam ungeduldig. Seine letzten beiden Entgleisungen folgten so dicht aufeinander, dass man fast schon meinen könnte, der Mann stehe gerne im Rampenlicht. Über Entgleisung Nummer 1 kann man eigentlich nichts anderes tun als den Kopf zu schütteln. Lothar Matthäus, die Anti-Trainerlegende, sagt per SMS einen Trainerjob bei einem renommierten Club in Argentinien ab. Das ist ungefähr so, wie wenn ein querschnittsgelähmter Hartz4 Empfänger ohne Arme und Beine einen Job als Sangriatester auf Mallorca angeboten bekommt und dann mit seiner Nase ins Handy tippt: "Ne.. ich bleib lieber im Bett. Läuft grad Frauentausch."

Doch wer sich nach dieser Nachricht dachte das war's schon, hat die Rechnung ohne den Loddar gemacht. Getreu nach dem Motto "I hope we have a little bit lucky" holt er nochmal zum Rundumschlag gegen die deutsche Fußballszene aus. Dabei ist für mich folgendes Zitat so ziemlich das Highlight der letzten Medienwoche:


"Auch wenn es vielleicht angeberisch klingt: Nach Franz Beckenbauer bin ich ganz sicher die zweitbekannteste Fußballpersönlichkeit Deutschlands, weltweit. Und wie man mit so einem Idol umgeht in Deutschland, da muss sich Deutschland schämen."


Asche über unser Haupt! Schämen sollten wir uns! Dass wir so ein verkanntes Genie nicht mit einem nationalen Feiertag würdigen. Aber mal im Ernst: Ja es klingt angeberisch, sich selbst als Idol zu bezeichnen. Ich glaube sogar, dass das vorher noch nie eine große Sportlerpersönlichkeit über sich selbst gesagt hat. Wahrscheinlich aus dem einfachen Grund nicht angeberisch zu klingen. Vielleicht bin ich da ja altmodisch, aber zu einem Idol können einen doch nur andere Menschen machen, oder? Und ich kann denke ich mit Fug und Recht behaupten, wirklich absolut niemanden zu kennen, der Lothar Matthäus auch nur ansatzweise als Idol bezeichnen würde. Pelé, ja. Michael Jordan, auf jeden Fall. Mohamed Ali, sowieso. Sachsenpaule, unbedingt! Aber Loddar. Nee.

Ich möchte hiermit ein öffentliches Appell an alle Fußballverantwortlichen Deutschlands richten (die diesen Text auch sehr wahrscheinlich lesen!), niemals Lothar Matthäus die Möglichkeit zu geben in Deutschland Fuß zu fassen... wobei, lustig wäre es bestimmt. Und wenn er eine Mannschaft wie Borussia Mönchengladbach oder so in Liga Zwei führt und wir dabei sogar noch was zu Lachen kriegen, warum eigentlich nicht? Also Herr Königs, raus mit dem Frontzeck and hope you have little bit lucky in se näxt maunts!

Zum Abschluss hab ich noch zwei wirklich denkwürdige Momente im Leben des Lothar Matthäus herausgesucht, die sicher niemals in Vergessenheit geraten werden:



Teures Passfoto, billiges Essen, Gruß nach Flensburg!

SO! Ich habe ca. eine Stunde gebraucht um diesen liebevollen Header zu erstellen und bin soeben fertig geworden. Danke nochmal an die Herren Photoshop und Google an dieser Stelle. Während sich Herr Google allerdings extrem unkompliziert und offenherzig gab (auch wenn ich glaube, dass er sich ganz schön viel gemerkt hat von dem was ich gefragt habe, ziemlich undurchsichtiger Kerl...), war Herr Photoshop ein ganz schöner Korintenkacker. Wenn ich auch nur den kleinsten Fehler gemacht habe, hatte er einfach keine Lust mehr, hat mir nicht mehr geantwortet oder einfach Sachen gemacht, von denen er genau WUSSTE, dass ich sie nicht machen wollte. Was eine Zicke.

Nichtsdestotrotz habe ich es ja geschafft und komme nun sogar zum Schreiben. Und da direkt auch nochmal einen herzlichen, wenn nicht überschwänglichen Dank an die Herren von der Autobahnpolizei. Die machen nämlich kostenlose Passfotos müsst Ihr wissen, und haben mir heute netterweise eins davon zugeschickt. Problem ist nur: ich habe auf dem Foto ein Handy am Ohr. Wofür soll ich das denn benutzen? Doch nicht nur, dass ich dieses Foto bei keinerlei Bewerbung verwenden kann, nein, die wollen auch noch eine Service Gebühr von 40 Euro haben, Umtausch natürlich ausgeschlossen (zum Ausgleich krieg ich dafür einen Treuepunkt in Flensburg). Service-Wüste Deutschland sag ich da nur.

Wobei ich sagen muss, ich habe heute auch die andere Seite erlebt, es gibt auch noch nette Leute auf dieser Welt. Ich wurde nämlich am heutigen Tag eingeladen zu einem Workshop zum Thema Online Marketing und Online Recht - eigentlich ja genau mein Steckenpferd. Als ich dann heute Abend um 18 Uhr ankam, habe ich mich leicht unwohl gefühlt. Ich habe nämlich den Anteil der Nichtkrawattenträger an diesem Abend um, das ist jetzt ein Schätzwert, 100% erhöht. Gleiches gilt natürlich für Hemden, Sakkos und Lackschuhe. Noch dazu war auf meinen Turnschuhen ein Riesenflatschen Wachs (ja, Wachs. Ich habe den seit der letzten Party auf meinem rechten Schuh und Nein ich weiß nicht warum).

Mit dieser Erkenntnis habe ich mich natürlich in die hinterste Ecke des Saales verzogen und siehe da - ich war nicht der einzige mit dieser Idee. Ich fand noch ca 3-4 Mitglieder des Widerstandes gegen die Krawattengewalt, die halb beschämt, halb gleichgültig in die Runde schauten.

Die Vortragenden bestanden aus einem Marketingexperten und einer Rechtsanwältin für Online-Recht. Während ich von ihm gelernt habe, dass inzwischen recht viele Menschen bloggen und einige sogar auf Twitter und Facebook unterwegs sind (ein bisschen baff war ich schon), hatte ich bei ihr für einen ganz kurzen Moment das Gefühl man wolle mich entführen und hat mir zu diesem Zweck ein Schlafmittel verabreicht. Ich wurde nämlich schlagartig müde. Allerdings könnte es auch daran gelegen haben, dass sie Sätze sprach wie "Das UHG sagt in §23b Absatz 5, dass Popups in der Regel erlaubt, allerdings nach Verlassen der Homepage als Belästigung empfunden werden. Das EUH Gesetz sieht dies im §4 Absatz 2 anders, denn es wurde noch nicht entschieden, ob ein Affe, der Nüsse knackt, wirklich besser Englisch kann als Guido Westerwelle". Der letzte Teil ist übrigens von mir, WÄRE allerdings sehr lustig gewesen, hätte sie so etwas gesagt.

Ich hatte ja eingangs erwähnt, dass es auch nette Menschen gibt. Denn als der Vortrag nach ca. 2 Stunden (oder länger und ich habe den Rest weggepowernappt) beendet war, gab es ein nettes Networking mit Häppchen. Ich habe das mit dem Netzwerk weggelassen und bin direkt zu den Häppchen übergegangen. Und das Tolle, es war völlig umsonst. Ich kam mir ein bisschen vor wie bei den Tafeln, ich musste einfach lange genug warten und bekam irgendwann was zu essen (gute Einrichtung übrigens, die Tafeln, nicht falsch verstehen ). Wenig informiert, aber wohlgenährt trat ich dann die Heimreise an und dachte mir, so, jetzt bloggste ma! Das hab ich hiermit getan und kann nun ruhigen Gewissens ins Bett gehen.

Der Affe des Tages: Die Person, die entschieden hat, an diesem Tag und an dieser Stelle diese **** Blitzanlage aufzubaun. Affe!

Gute Nacht!